pfeil-magazin.de | Der Pfeil von der Schillerschule Hannover - nur eine Schülerzeitung - HAZ-Schreibwettbewerb
Startseite arrow Pfeil JUNIOR arrow Weltgeschehen arrow HAZ-Schreibwettbewerb
Hauptmenü
Startseite
alle Artikel
Pfeil JUNIOR
Downloads
Videothek
Bilder
Das große SV Blog
BACKSTAGE
Aktiv werden
Forum
Termin einsenden
Text einsenden
Onlinegames
HAZ-Schreibwettbewerb Drucken
Geschrieben von Alina   
Schreibwettbewerb der HAZ
Feierlaune bei Schreibwütigen

Am Freitag ,23.März 2007, sollten um 18 Uhr im Capitol die Sieger bzw. Siegerinnen des Schreibwettbewerbs der HAZ bekanntgegeben und belohnt werden. Eingeladen worden waren alle, die überhaupt einen Beitrag eingesandt und somit teilgenommen hatten.

Ab 17 Uhr war Einlass im Capitol und eine halbe Stunde später war es auch schon rappelvoll. Um das Warten ein wenig angenehmer zu gestalten und den Teilnehmern die Aufregung zu nehmen, zeigte ein Zirkus aus lauter jungen Nachwuchstalenten, was er konnte: Diabolos flogen durch die Luft und Mädchen bewiesen auf dem Trapez viel Gleichgewichtssinn.
Dann eröffnete der Moderator die Preisverleihung und vergab, zusammen mit dem stellvertretenden HAZ - Chefredakteur, die Preise an die Autoren mit den besten Texten. Zunächst wurden die drei dritten Preise in den jeweiligen Altersgruppen bekanntgegeben, dann gab es einen weiteren Zirkusauftritt, bevor die jeweils zweiten Plätze geehrt wurden. In der Kategorie der Jüngsten (bis Klasse 6) siegte die Schillerschülerin Josefine Lyda aus der 6d. Wir gratulieren ganz herzlich!

Nun wurde die Arbeit der Jury, die aus zwei HAZ - Redakteuren, vier ZiSH - Autoren und fünf Lehrern bestand, vorgestellt. Schließlich wurden die Teilnehmer nicht länger auf die Folter gespannt und die drei ersten Plätze wurden vergeben. Außerdem gab es Preise für die besten lyrischen Beiträge. Im Anschluss an die Preisverleihung konnten die glücklichen Gewinner und alle anderen Teilnehmer gleich abfeiern, denn zwei DJs legten Platten auf und sorgten für ordentliche Partystimmung.


-----------------------------------------------------------

Beitrag von Alina
Gegen den Strom – Ein erfülltes Leben


Ich habe das Thema „Gegen den Strom“ gewählt, weil ich finde, dass heutzutage große Stars oder beliebte Mitmenschen zu häufig kopiert werden. Schon früh heißt es: „Wenn du nicht diese oder jene Kleidung trägst, dann gehörst du nicht dazu.“ Dabei sind wirkliche Stars nur deshalb so berühmt, weil sie z.B. das tragen, was ihnen gefällt und nicht mit der Welle schwimmen.

Schon immer gab es Menschen, die Vorbilder für andere waren und deren Verhalten von anderen nachgeahmt wurde. Dabei war es in früheren Zeiten schwer, aus bestehenden Verhaltensmustern auszubrechen, weil dies meist zum Ausschluss aus der Gemeinschaft führte. Heute jedoch hat jeder die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen. Doch aus meiner Sicht wird diese Möglichkeit oft nicht genutzt. Ich denke, meine Geschichte veranschaulicht gut, unter welchen Schwierigkeiten mutige Menschen damals ihr Leben gestalteten und sich ihren eigenen Weg unter Gefahren erkämpfen mussten.


Wir haben das Jahr 1858 und ich, Schwester Maria, geboren in einem kleinen Dorf in Italien und seit langer Zeit als Nonne in einem Kloster namens „Sankt Juliana“ lebend, sitze hier, in meiner spartanisch eingerichteten Zelle, die von einer Kerze erhellt wird, an meinem Schreibpult und bringe mit letzter Kraft die fehlenden Worte auf das vor mir liegende Stück Papier, das meine Lebensgeschichte erzählen und der Nachwelt Mut machen soll, auch unter größter Anstrengung, Not, Angst und Bedrohung für Überzeugung und Ideale zu kämpfen und zu erkennen, dass man im Leben auch mal gegen den Strom zu schwimmen muss, um etwas zu erreichen!

Es ist Oktober und draußen tobt ein Herbststurm. Ich schaue aus dem Fenster und meine immer schlimmer werdenden Gebrechen erinnern mich schmerzlich daran, dass mein irdisches Dasein bald ein Ende hat und mein Herr Jesus Christus mich zu sich rufen wird. Um so glücklicher bin ich, dass mein Buch zu Ende geschrieben ist und ich das Versprechen der Mutter Oberin habe, es nach meinem Tod in der Klosterbibliothek aufzubewahren..

Und so fing alles an: Ich wurde 1808 als älteste Tochter von fünf Geschwistern geboren. Meine Eltern waren arme Bauern und streng katholisch. Als Älteste musste ich mich um Haus und Feldarbeit kümmern. Es war eine harte und entbehrungsreiche Zeit gewesen. Meine ganze Freude galt immer dem Sonntag und dem damit verbundenen Gang zum Gottesdienst. Da es keine Kirche in unserem Ort gab, gingen wir immer in das nahegelegene Kloster. Dort fühlte ich mich sehr wohl in diesen dicken Mauern, so beschützt und geborgen, Gott einfach nah. Das Kloster wurde von einem Frauenorden geleitet und die Nonnen waren immer sehr freundlich zu mir. Eine ganz besonders! Es war Schwester Natalie, eine kluge Frau mittleren Alters.

Je älter ich wurde, um so mehr faszinierte mich das Leben im Kloster. Die Nonnen konnten lesen und schreiben, beherrschten Latein, Kräuterkunde und Medizin und liebten Gott. Leider stieß ich bei dem Versuch, meine Eltern von meinem Wunsch nach Bildung und der Sehnsucht, Nonne zu werden zu überzeugen, auf heftige Gegenwehr. Mein Vater war der Patriarch der Familie, somit hatte meine Mutter nichts zu sagen und ich bekam eine Tracht Prügel und zu hören, dass ich als Mädchen kein Recht auf Bildung hätte und für Haus, Hof und Kinder gebären geboren worden sei, eine arme Bauerstochter halt. Und wenn ich nicht Gehorsam schwören würde, ich Schande über das Elternhaus bringen würde und mit schlimmer Strafe zu rechnen hätte.

Die Monate vergingen und es wurde kein Wort mehr über den Vorfall gesprochen. In der Zwischenzeit hatte ich mich aber mit Schwester Natalie angefreundet und ich traf mich, so oft es ging, heimlich mit ihr. Ich schüttete ihr mein Herz aus und bat sie inständig mich zu unterrichten. Ich wollte unbedingt lesen und schreiben lernen! Sie lehnte ab und verwies auf die Gefahr, die drohte, wenn mein Vater dahinter käme. Enttäuscht lief ich nach Hause und war wieder einmal froh, dass niemand mein Wegbleiben bemerkt hatte. Eines Abends, beim Essen, sprach mein Vater mich an und teilte mir mit, dass es Zeit wäre bald zu heiraten. Er hatte mir schon einen Mann ausgesucht. Er war ein Bauer aus dem Nachbarort, dreißig Jahre alt, Er suchte eine neue, junge und gesunde Frau, da seine im Wochenbett nach der Geburt des sechsten Kindes gestorben war. Nach einem Trauerjahr sollte ich dann mit 14 Jahren verheiratet werden. Nach dieser Nachricht wurde mir übel und ich lief weinend in meine Kammer. Der Gedanke, einen fremden alten Mann heiraten zu müssen, ließ mich verzweifeln und der Wunsch, eine Nonne zu werden wurde immer größer. Ich betete zu Gott, dass er mir einen Ausweg zeigen sollte!

Bei der nächsten Gelegenheit lief ich zum Kloster und berichtete Schwester Natalie von der schlimmen Botschaft. Sie war empört, konnte aber wiederum auch meine Eltern verstehen. Ein Kind kostete viel Geld und durch eine Heirat wäre ein „Esser“ weniger im Haus. Ich flehte sie an, mich in den Orden aufzunehmen, mich zu unterrichten und mit keinem Wort mich an meinen Vater zu verraten. Schwester Natalie erklärte mir, dass nur Mädchen aus reichem Hause in den Orden eintreten dürften und ich solle mein Schicksal annehmen und meinem Vater Gehorsam leisten! Dieses verneinte ich fest entschlossen und entgegnete, dass ich lieber meinem Leben ein vorzeitiges Ende setzen würde, als eine Ehe mit einem ungeliebten Menschen eingehen zu müssen. Ich fühlte tief in mir, dass ich für eine Ehe nicht geschaffen war, sondern nur Gott dienen wollte und sah in der Gemeinschaft des Klosters meine wahre Familie! Ich versprach, jede Prüfung auf mich zu nehmen, um zu beweisen, wie ernst es mir war.

Das beeindruckte die Schwester so sehr, dass sie mir Lesen und Schreiben und alles Wissenswerte beibrachte. Fürs erste war ich zufrieden und ich traf mich, so oft es ging und unter größter Vorsicht mit Schwester Natalie. Ich lernte schnell und da ich Begabung hatte, wurde ich sehr gefördert. Es war eine sehr anstrengende Zeit. Zwölf Stunden Haus- und Feldarbeit und ständig die Angst im Nacken, entdeckt zu werden. Aber das Lernen entschädigte mich für alles! Das Jahr war fast um und ich konnte lesen, schreiben, ausreichend Latein und für Kräuterkunde hatte ich auch ein geschicktes Händchen.

Eines Tages bat ich erneut um Aufnahme in den Orden. Schwester Natalie legte bei der Mutter Oberin ein gutes Wort für mich ein und schwärmte ihr vor, welches Talent ich hätte und von all der Mühe, die ich in Kauf genommen hatte, um im Kloster zu lernen. Da ich nicht aus reichem Haus stammte, unterzog mich die Mutter Oberin etlichen Prüfungen, die ich alle meisterte. Und endlich teilte sie mir dann mit, dass ich in den Orden aufgenommen würde, wenn mein Vater die Aufnahmepapiere unterzeichnet hätte, da ich noch nicht volljährig war.

Damit hatte ich nicht gerechnet , ich war verzweifelt und wusste, dass mein Vater die Papiere niemals unterschreiben würde. Ich ging nach Hause und suchte nach einer Lösung und die fand ich am nächsten Tag. Mein Vater betrat abends meine Kammer und legte mir den Heiratsvertrag vor. Ich sollte unterschreiben. Ich bat um etwas Zeit und versprach, den Vertrag unterschrieben in die Wohnstube zurückzubringen. Mein Vater ging und ich vertauschte die Papiere. Bevor ich hinunterlief, betete ich zu Gott und bat ihn um Verzeihung für diese Tat. Entschlossen legte ich meinem Vater den angeblich unterschriebenen Heiratsvertrag vor. Da er fast blind war, sah er den Betrug nicht und zeichnete gegen. Zufrieden verließ ich den Raum. Mich plagten Schuldgefühle, die aber nach einer Stunde Gebet verschwunden waren. Ich packte meine Sachen und verließ noch am selben Abend mein Elternhaus.

Voller Freude und die Aufnahmepapiere fest an mein Herz gedrückt, lief ich zum Kloster. Ich ließ meinem Vater eine Botschaft zukommen, in der ich alles erklärte und um Verzeihung bat. Mein Vater hatte diese Nachricht nie verkraftet und verfiel dem Alkohol. Ich aber hatte ein durch und durch erfülltes Leben und hätte zu keiner Zeit mit irgendjemandem tauschen wollen. Ich bin froh, dass ich damals gegen den Strom geschwommen bin, auch wenn ich dabei jemanden verletzen musste. Aber man lebt nur einmal und man ist nicht das Eigentum anderer Menschen!

Der Herbststurm hat sich gelegt . Es ist spät geworden. Ich blase meine heruntergebrannte Kerze aus, spreche ein Abendgebet und lege mich sehr zufrieden ins Bett, mein Buch fest zwischen den Händen haltend!


 
Weiter >
Pinnwand



Neu im Forum
1: Realization of cosmetic preparations all-type skin...
2: Re:Favoritenlehrer
3: Re:antin deutscher hip hop
4: Re:antin deutscher hip hop
5: Re:antin deutscher hip hop
6: Frau Traber
7: Re:Frau Traber
8: Re:antin deutscher hip hop
Neu im SV-Blog