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"Die Welt in gut"
Das UN-Planspiel Pol & iS

"Noch 5 Minuten!" tönt es aus dem Mikrofon. Ja, auch Regierungschefs, Staatsminister und Oppositionsführer haben Richtlinien, an die sie sich halten müssen. Afrika unterschreibt noch kurz sein Programm zur besseren Prävention von Aids und Südamerika lotet schon mal mögliche Frieden sichernde Maßnahmen mit Westeuropa aus. Interessant nur, dass die ältesten Politiker hier gerade neunzehn Jahre alt sind. Ein Traum?

Die ganze Welt als Spielbrett.
"Die Wahl zwischen Krieg und Frieden liegt bei euch!"

Nein, das ganze ist ein hochrealistisches Abbild der Realität - und das soll es auch sein. Polis ist eine Simulation mit den 11 Weltregionen, in denen die teilnehmenden 12.Klässler praktisch erfahren können, wie die UN arbeitet und wie internationale Sicherheitspolitik funktioniert. Nach einer mehr oder weniger schwierigen Einführung in die komplexe Planspielstruktur aus Umwelt, Militär und Wirtschaft geht es endlich los.

Im Rahmen von Pol&iS entstand auch eine hoch seriöse Nachrichtensendung für die Teilnehmer. Zwei Ausgaben könnt ihr euch hier exklusiv ansehen (Vollbild durch Doppelklick!).

Polisnews, Ausgabe 1:

Hier starten.

Polisnews - Kurznachrichten
Hier starten.

Polisnews, Ausgabe 2:
Hier starten.
© Jakob Schmidt 2007

Der UN-Generalsekretär sorgt für Disziplin.
Die neu ausgelosten Regierungen nehmen an ihren Tischen Platz und beraten über ihre ersten Programme. "In Ozeanien wird es in diesem Jahr ein nachhaltiges Programm zur Erforschung erneuerbarer Energien geben. Wir sind halt sehr umweltbewusst.", so Regierungschef Sebastian Sutherland. Die jeweiligen Länder verfolgen ganz verschiedene Ideen. "Es bringt ja nichts, in Osteuropa ein Programm gegen die Abholzung des Regenwaldes zu initiieren. Da kümmern wir uns dann doch besser um den Frauenhandel und die illegale Prostitution."

Die ersten Umwelt- und Produktionsformulare werden ausgefüllt, erste Zahlen über die wirtschaftliche Situation errechnet. Und das muss schnell gehen, schließlich dauert ein Polis-Jahr statt 365 Tagen nur 2-3 Stunden. Im Umweltraum sammelt sich die NGO mit den Oppositionsführern, die auch als Umweltminister fungieren. Und wer jetzt denkt, das kann ja gar nicht in allen Regionen klappen, der hat Recht. Wie in der Realität gibt es in China und Arabien keine Opposition, also müssen die Staatsminister ran.

Themen wie Kindersoldaten, Wassermangel, Aids und Landminen werden kontrovers diskutiert, Fonds werden gegründet und Verträge ratifiziert. Schließlich spielt die Umwelt eine entscheidende Rolle in der Polis-Welt.

Die 50 schönsten Fotos aus dem Pol&iS-Spiel gibt's
für euch
in der Bildergalerie. Hier klicken!

Im Nachbarraum rauchen währenddessen den Wirtschaftsministern die Köpfe. Sie rechnen, überlegen, ob sie Müllhandel betreiben oder doch lieber Rohstoffe kaufen oder tauschen sollten. "Die GUS haben den Grenzwert der Müllpunkte überschritten. Ihr bekommt 10 Rohstoffpunkte, wenn wir dafür bei euch Müll exportieren können." Denn wenn die Handelsphase nicht wie gewollt verläuft, hat dies starke Auswirkungen auf die Bevölkerung. Sie beginnt zu hungern und streikt oder es entsteht eine Guerillaarmee.

In der Beratungsphase unter sich - die Landesvertreter aus Afrika.

Und so passiert es, dass durch gutes Wirtschaften am Ende Afrika als reichstes Land gilt, während Nordamerika und Westeuropa am Hungertuch nagen müssen. Aber auch hier kommt Hilfe, diesmal dann eben von den Industrieländern. Oder von der Weltbank.

Wirtschaftsminister beim globalen Handeln - "Afrika als reichste Nation."
Die Weltfrieden bedrohende Situation eskaliert: UN-Generalsekretär Lukas Ban Ki-moon beruft die erste Weltsicherheitskonferenz ein. Die Regierungschefs vertreten ihre Positionen, appellieren an Bündnisstaaten und vor allem an China und Südamerika, die schon auf den ersten Krieg fixiert sind. Letztendlich wird sich jedoch noch geeinigt: "Wir haben Erfolg gehabt und konnten mit den Regionen einen Vertrag ratifizieren, indem sich alle zur Abrüstung verpflichten. Wie weit diese aber geht, bleibt zu diskutieren“, so Ban Ki-moon.

Es läuft eben doch nicht alles genau gleich ab wie in der wirklichen Welt - und das ist auch gut so. Denn Südamerika und Japan sind nach dem vierten Polis-Jahr drauf und dran, einen Krieg gegen Nordamerika zu beginnen, China rüstet weiter auf und die Müllberge in den Regionen nehmen ungeahnte Ausmaße an.

Zwar hat man sich nach drei Tagen aktiver Simulation gerade erst wirklich an das Leben und den Stress in der Polis-Welt gewöhnt, aber Spaß gemacht hat es - nach zeitintensiver Einführung - allemal und gelernt hat man ganz nebenbei auch noch was.

 
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